Forcierung der digitalen Innovationsdynamik 2018-04-24T10:09:02+00:00

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Forcierung der digitalen Innovationsdynamik

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Neben der schrittweisen, strukturierten und projektbasierten Innovation, welche sich insbesondere für die gezielte Weiterentwicklung von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen eignet, findet gerade digitale Innovation heute zusätzlich und ergänzend in Form neuer Settings und unter neuen Modalitäten statt. Digitale Innovationsvorhaben sind gekennzeichnet von hohem Risiko als Folge der Fokussierung auf disruptive und skalierbare Geschäftsmodelle und sind damit verbunden mit hohen Ausfallsraten behaftet.

Die Innovationsgeschwindigkeit spielt eine immer größere Rolle, was u. a. dazu führt, dass ‚try and error‘ gegenüber einer planmäßigen, strukturierten und damit länger dauernden Vorgehensweise oftmals zur Anwendung gelangt. Zu einem möglichst frühen Zeitpunkt werden dadurch im Sinne von Open Innovation die Nutzerinnen und Nutzer miteinbezogen. Die Crowd wird quasi zum Regulativ – Crowd-Funding Plattformen wie ‚Kickstarter‘ stellen einen Markttest oder auch bereits erste Vertriebsaktivitäten dar. Ein neues Miteinander wie Coworking oder Co-Creation in Kombination mit neuen Formaten wie z. B. Hackathons oder entsprechender Infrastruktur wie z. B. Fab Labs bzw. Maker Spaces stellen jene Milieus dar, welche besonders dazu geeignet sind, digitale Innovationen hervorzubringen. Durch eine intrinsisch motivierte Herangehensweise gewinnen auch soziale Innovationsprojekte in den entsprechenden Communities rasch an Bedeutung. Viele erfolgreiche Innovationen aus dem Digitalbereich werden entweder direkt über Startups realisiert oder zumindest in startup-ähnlichen Milieus entwickelt. Für die Nutzbarmachung sämtlicher Innovationspotenziale an ei-nem erfolgreichen Wirtschaftsstandort sind diese Entwicklungen unbedingt einzubeziehen und deren Berücksichtigung damit integraler Bestandteil der Digitalen Agenda.

Die übergeordnete Zielsetzung besteht darin, die Chancen und Potenziale sowie die Möglichkeiten neuster Informations- und Kommunikationstechnologien für alle Wirtschaftsbereiche u. a. dafür zu nutzen, die Innovationsdynamik am Standort zu forcieren und damit verbunden einen Beitrag zur Schaffung von Beschäftigung, Wohlstand und Lebensqualität zu leisten. Generell geht es um einen Kulturwandel im Zusammenhang mit Innovationen. Detailziele sind, den digitalen Reifegrad der Unternehmen und der gesamten Wirtschaftsregion maßgeblich und fortlaufend zu erhöhen, eine bessere Nutzung neuester digitaler Technologien und damit verbundene Effizienzsteigerungen zu ermöglichen, neuartige Geschäftsmodelle zu etablieren, kundenorientierte Lösungen zu entwickeln und digitale Innovationen mit hohem Anwendungspotenzial zu generieren und zu beschleunigen.

Für die Nutzung der Chancen und Potenziale der Digitalisierung sowie zur Forcierung der (digitalen) Innovationsdynamik sind strategische Handlungsfelder identifiziert worden, welche im Sinne einer ‚Smart Specialization‘ auf die Spezifika der Wirtschaftsregion Vorarlberg abgestimmt sind. Forschung und Innovation für die Digitalisierung der Vorarlberger Wirtschaft wird auf mehreren Ebenen gefördert. Für die Erschließung innovativer Technologie- und Anwendungsbereiche werden Kooperations- und Verbundprojekte initiiert und unterstützt, die regionalen Forschungsstrukturen und somit eigenes Wissen konsequent ausgebaut und betriebliche Anreizsysteme adaptiert und weiterentwickelt. Darüber hinaus wird der Zugang zu erstklassigen überregionalen Technologiezentren weiter verstärkt, um durch Technologietransfer den ‚Zukauf‘ von ergänzendem Know-how zu bewerkstelligen.

Plattform für digitale Initiativen, Hackathon 2016, © Nina Bröll

Intensivierung von Vernetzung und Kooperation

F&E-Verbundprojekte initiieren und umsetzen
In interdisziplinären Innovations- und Verbundprojekten kooperieren regionale und überregionale Partnerschaften aus Wissenschaft und Wirtschaft an der Entwicklung neuen Wissens und neuer, smarter Technologien, Verfahren, Produkte und Services. Die Forschungsanbindung wird dadurch nachhaltig verbessert und die Umsetzung in Anwendungen vorangetrieben. Bestehende und neue Verbundprojekte mit dem Fokus auf digitale Innovation sollen aktiv forciert werden.

Regionale und überregionale Vernetzung und Kooperation forcieren
Die Konzeption und Weiterentwicklung offener Unternehmensnetzwerke und Kooperationsplattformen dient zur Stimulierung von Kooperations- und Technologietransferprojekten mit starkem Anwendungsbezug, zur schnellen Kommerzialisierung digitaler Ideen und Lösungen, zur Entwicklung moderner Geschäftsmodelle, zum Lernen im Verbund als auch zur verstärkten Öffnung des Zugangs zu ausgezeichneten Institutionen. Die Vernetzung und Kooperation soll sowohl national als auch international (z. B. Bodenseeregion, Benchmark-Hotspots wie München, Zürich, Frankfurt) verstärkt werden, indem gemeinsame Projekte forciert, Studienreisen durchgeführt und ein Best-Practice-Exchange bewerkstelligt werden. Auch die Erfahrung von gescheiterten Unternehmungen soll transparent gemacht werden und eine stärkere Zusammenarbeit von Corporates und Startups erfolgen.

Ausbau überbetrieblicher digitaler Forschungskompetenzen

Digitale Forschungskompetenz gezielt aufbauen
Zur gezielten Erweiterung des regionalen FTI-Systems sollen neue Forschungszentren bzw. -bereiche für Digitalisierung unter Einbeziehung sämtlicher relevanter regionaler Einrichtungen und Akteure aufgebaut werden. Regionale, nationale und internationale Leitbetriebe sollen beteiligt und Verbundforschung und gemeinsamen Strukturaufbau bewerkstelligen. Der Verfügbarkeit entsprechender digitaler Technologien bzw. digitaler Kompetenzen soll dadurch Rechnung getragen werden.

Bestehende überbetriebliche Forschungszentren und -verbünde stärken
Weiterhin ist der gezielte Strukturausbau, die Weiterentwicklung und Schärfung der bestehenden regionalen, überbetrieblichen Kompetenzen und Forschungsexzellenz im Zusammenhang mit digitalen Technologien als regionale Anlaufstellen mit überregio-naler Ausstrahlung zu verfolgen. Dies betrifft in erster Linie die transferorientierten Zentren der FH Vorarlberg, V-Research und das Institut für Textilchemie und Textilphy-sik der Universität Innsbruck.

Weiterentwicklung bestehender Rahmenbedingungen

Bewusstsein für die Bedeutung von Innovation steigern
Durch gezielte Kommunikation sowie weiterführende bewusstseinsbildende Maßnahmen wie z. B. Veranstaltungen wird ein innovationsfreundliches Klima am Standort verstärkt. Zu den Maßnahmen zählen Großveranstaltungen wie die Lange Nacht der Forschung, innerhalb derer ein Schwerpunkt Digitalisierung umgesetzt wird, oder auch die Erweiterung bestehender Preise und Auszeichnungen mit einer eigenen Kategorie ‚Digitalisierung‘ (z. B. Innovationspreis). Durch gezielte Formate (z. B. Ideenwettbewerbe) werden innovative Ideen gesammelt und aufgrund der erhöhten Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit auch gezielt innovative Potenziale entwickelt. Außerdem sollen derartige innovative Ideen verstärkt in den schulischen Unterricht aufgenommen werden.

Bestehende Anreizsysteme modifizieren und ergänzen
Über Anreizsysteme wie insbesondere Förderungen der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG) oder der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (aws) werden gezielt Innovationen stimuliert bzw. deren Umsetzung beschleunigt. Aufgrund der geänderten Modalitäten unter denen digitale Innovation geschieht, sind Adaptionen des Instrumentenportfolios für digitale Themen und neue Instrumente zu implementieren. Ein Dialog mit den Förderagenturen des Bundes soll dazu geführt und die Wirtschaftsförderungsrichtlinien des Landes überarbeitet werden. Zielsetzung ist auch eine übersichtliche Bündelung der Anreiz- und Fördermöglichkeiten aus Sicht der Unternehmen.

Unterstützungsleistungen weiterführen und ausbauen
Die Unterstützung bei der verstärkten Nutzung bestehender Förderungen, die Schaffung von Zugängen zu regionalen und überregionalen Technologiequellen und beim Schutz von geistigem Eigentum wird konsequent weitergeführt und ausgebaut. Dies gilt insbesondere für Investitionen und FTI-Projekte sowie die Stimulierung und Unterstützung bei der Durchführung von einzelbetrieblichen Innovationsprojekten oder Kooperationsvorhaben zur besseren Ausschöpfung digitaler Potenziale. Stärker sollen auch ähnliche Problemstellungen von Unternehmen bei F&E-Projekten behandelt wer-den.

Leitprojekte

Forschungsinitiative für Digitalisierung

Digital Factory