Entwicklung des Humankapitals für die digitale Zukunft 2018-04-25T16:25:28+00:00

Mensch und Qualifikation

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Entwicklung des Humankapitals für die digitale Zukunft

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Der technologische Wandel setzt neue Maßstäbe an digitale Kompetenzen in der breiten Gesellschaft und schafft insbesondere in den Betrieben einen hohen Bedarf an IKT-Mitarbeitenden. Das bringt neue Anforderungen im Bereich Qualifikationen und der Aus- und Weiterbildung mit sich.

Kompetentes Handeln wird in zunehmend komplexer werdenden Situationen im Beruf und Alltag erforderlich. Von der erwerbstätigen Bevölkerung werden künftig Fähigkeiten gefragt sein, die Maschinen nicht entwickeln können. Dazu zählen etwa handwerkliche oder kreativ-gestalterische Fertigkeiten, kombiniert mit digitalen Kompetenzen. Eine Aufgabe besteht weiters darin, jenen Menschen, die nur schrittweise mit den dynamischen Veränderungen der Digitalisierung am Arbeitsmarkt mithalten können, entsprechende Unterstützung zu bieten.

Die Suche nach ausreichend qualifizierten Arbeitskräften in diesem Bereich stellt zunehmend eine große Herausforderung für die Unternehmen des Landes dar und ist zugleich limitierender Faktor für die wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmensentwicklung, für Innovationen und die digitale Transformation am Standort Vorarlberg. Um einen sich weiter verschärfenden Engpass an IKT-Fachkräften zu vermeiden und gleichzeitig einen prosperierenden Wirtschafts- und Gesellschaftsraum sicherzustellen, behandelt dieser Arbeitsbereich Maßnahmen, die in den Bereichen Schule und duale Ausbildung, Hochschule und Weiterbildung die Entwicklung und Verfügbarkeit von IKT-Humankapital fördern und sichern. Zahlreiche Maßnahmen sind bereits eingeleitet, weitere und ergänzende zur Entwicklung und Anwerbung von Fachkräften werden in den nächsten Jahren und unter noch stärkerer Einbeziehung der Unternehmen folgen.

Die Erarbeitung und Umsetzung der aus- und weiterbildungsrelevanten Aktivitäten zur Erhöhung der digitalen Kompetenz erfolgt unter breiter Einbindung der Vorarlberger Bildungsinstitutionen. Gemeinsames Ziel ist es, digitale Bildung in allen Lebensphasen zu realisieren. Geleitet von Fragestellungen wie z. B. Wie kann die Begeisterung an IKT-Ausbildungen gesteigert werden? Wie lernen Kinder und Jugendliche einen kompetenten Umgang mit Wissen und Information? Wie sind die Medienkompetenz von Lehrenden und die Nutzung neuer Lehrformen zu steigern? Wie ist die Ausbildung an die Erfordernisse der digitalen Wirtschaft auszurichten? Wie können Fachkräfte zukünftig noch Fachkräfte sein und wie gestalten wir effektiv das Konzept des lebenslangen Lernens? wurden die nachfolgenden Handlungsfelder und Maßnahmen definiert.

Die Handlungsfelder spannen sich entlang des gesamten Bildungsspektrums. Beginnend mit dem gezielten Wecken von Interesse für IKT-Themenstellungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, der Weiterqualifizierung des Bildungspersonals sowie der Schaffung der relevanten Rahmenbedingungen und Ressourcen bis zur Steigerung der digitalen Kompetenzen in allen Altersschichten als auch der dafür notwendigen Erweiterung und ‚Digitalisierung‘ der Bildungs- und Weiterbildungsangebote. Darüber hinaus wird es auch notwendig sein, kurz- und mittelfristig zusätzliche (Spitzen-)Kräfte für die Region zu gewinnen sowie gezielte Maßnahmen im Bereich der Rückgewinnung von z. B. überregional Studierenden zu setzen.

Plattform für digitale Initiativen, Hackathon 2016, © Nina Bröll

Interesse wecken

Frühzeitige Bewusstseinsbildung bei Kindern und Jugendlichen (V-MINT)
Das gezielte und frühzeitige Entfachen von Begeisterung für MINT-Fächer, das Wecken von Interesse für IKT-Technologien und das Bewusstmachen der Bedeutung von Informationstechnologie im Alltag bei Kindern und Jugendlichen ist grundlegend und durch unterschiedliche Zugänge und vielfältige Schienen noch stärker zu fördern. U. a. sollen insbesondere die Kinder- und Jugenduni und darin jeweils der MINT-Schwerpunkt weiterentwickelt und ausgeweitet werden. Außerdem sollen Workshops, Projekte, Wettbewerbe und Exkursionen in und außerhalb von Schulen im MINT-Bereich – welche Schülerinnen und Schülern und Jugendlichen auf altersgerechte und spielerische Art Erfahrungen und einfache Zugänge ermöglichen – noch stärker im Mittelpunkt stehen (z. B. Lego Mindstorms, IT-Wettbewerbe). Zur Koordinierung und Kooperation der einzelnen Institutionen, Organisationen und Unternehmen zur MINT-Bewusstseinsbildung soll eine gemeinsame digitale Plattform (V-Mint) gegründet werden. Ziel ist es, Veranstaltungen, Initiativen und Inhalte zielgerichteter aufeinander abzustimmen und zu informieren.

Stimulierung von Interesse an IKT bei Erwachsenen
Die breite Bewusstseinsbildung für die Belange der digitalen Transformation sowie für neue berufliche Aspekte und erforderliche Fähigkeiten ist ebenfalls zu stärken. Dafür sollen bestehende Programme und Veranstaltungsformate im Bereich der Erwachsenenbildung genutzt und mit digitalen Inhalten und Themen angereichert werden.

Voraussetzungen für die Vermittlung digitaler Lehrinhalte

Train the Trainer
Ein umfassendes, vielstufiges Maßnahmenprogramm soll die adäquate Aus- und Fortbildung des Lehr- und Bildungspersonals in allen Schulstufen/-formen und Bildungseinrichtungen im Land verbessern und weiterhin sichern. Das Erlernen, wie digitale Technologien und Medien didaktisch sinnvoll in der Schule eingesetzt werden, wird zum grundlegenden Rüstzeug für Lehrpersonen aller Schulstufen. Zur Vertiefung wird beispielsweise seit dem Studienjahr 2017/18 an der PH Vorarlberg die Spezialisierung Medienpädagogik im Bachelorstudium Lehramt Sekundarstufe angeboten. Forciert werden soll auch der Einsatz von Landeskoordinatorinnen und -koordinatoren, die sich um die Umsetzung digitaler und informatischer Kompetenzen des Lehrpersonals an Schulen kümmern. Die Digitalisierung der Lehre bzw. die informationstechnische und mediale Unterstützung bilden ebenso besondere Schwerpunkte im Didaktik-Konzept der FH Vorarlberg, das kontinuierlich weiterentwickelt wird. Im quartären Bereich soll die systematische Schulung von Tutorinnen und Tutoren sowie Trainerinnen und Trainern erfolgen.

Verbesserung digitaler Ressourcen
Im Fokus steht die Erweiterung und Verbesserung digitaler Ressourcen und Lerntools (Inhalte, Ausrüstung, Materialien) und des koordinierten IT-Supports in allen Schul- und Bildungseinrichtungen. Das betrifft z. B. den zeitgemäßen, dem Lehrplan entsprechenden Ausbau des Schulmediencenters (VOBS), der den Schulen Unterrichtsmedien online zur Verfügung stellt sowie die Weiterentwicklung von LernenOnline (LO), der allen Bildungseinrichtungen zwei eLearning-Plattformen (Moodle und Ilias) zur kostenlosen Benutzung anbietet. Gestecktes Ziel ist dabei die Steigerung der Zahl der ‚Member-/Expert-Schulen‘, welche sich durch den Einsatz innovativer, digitaler Medien und eLearning auszeichnen. Auch technologiegestütztes Lernen und Selbstlernprozesse sollen deutlich verbessert werden.

Auf- und Ausbau digitaler Bildungsangebote

Schaffung neuer Bildungsangebote
Um das Bildungssystem für die digitale Welt fit zu machen, wird es notwendig sein, neue Bildungsangebote zu schaffen. Auf Evaluierungsbasis sollen neue, wirksame Konzepte für eine umfassende, alters- und zielgruppengerechte Digitalbildung von der Frühpädagogik über die duale Berufsbildung bis zur Mitarbeiteraus- und -weiterbildung entstehen. Im Hochschul- und Weiterbildungsbereich sind neue, einschlägige Bildungs- und Schulungsprogramme mit Digitalisierungsbezug zu forcieren. Die Wirtschaft braucht auch IT-Lehrlinge sowie verstärkte IT-Inhalte in anderen Lehr-/Fachberufen. Im Rahmen der Forcierung bestehender (z. B. IT-Werkstatt dual) und neu entstehender Ausbildungsmöglichkeiten im IT-Lehrlingsbereich sollen in Kooperation mit der Wirtschaft diese fehlenden Kapazitäten kompensiert werden.

Digitalisierung bestehender Bildungsinhalte
Grundsätzlich ist das Bildungsangebot über alle Bildungsstufen und -bereiche hinweg einem Digitalisierungsschub und notwendigen relevanten ‚Digitalisierungs-Updates‘ zu unterziehen, mit dem Ziel der Ergänzung, Verbesserung und Verankerung der digitalen Grundbildung, Medienkompetenz und von IT-Schwerpunkten. Die jeweiligen Konzepte, Bildungs- und Studieninhalte sollen insbesondere auch im Hinblick auf die steigende Nachfrage nach hochwertig ausgebildeten Fachkräften im IKT-Bereich weiterentwickelt und digitale Fähigkeiten im Kontext des jeweiligen Berufsbildes stärker vermittelt werden. Dafür wird auch die Kooperation mit Vorarlberger Unternehmen zur Förderung von IT-spezifischen Inhalten, Projekten und Vorträgen fortgeführt und intensiviert.

Kompetenzförderung in den Bereichen Programmierung und sicherer Umgang mit  digitalen Medien für junge Menschen
Mehrheitlich wirken Kinder und Jugendliche als Konsumenten von webbasierten Inhalten und Online-Spielen. Um von einer eher passiven zu einer aktiven, gestalterischen Rolle von Informations- und Kommunikationstechnologien zu gelangen, grundlegende Prinzipien kennenzulernen und ein Funktionsverständnis aufzubauen, sollen Kinder und Jugendliche vermehrt spielerisch an das Programmieren herangeführt werden. Außerdem ist es bedeutend, dass Kinder und Jugendliche auf eine sichere, verantwortliche und kritische Mediennutzung vorbereitet werden. Dafür werden bestehende Ausbildungsinitiativen (z. B. der kostenlose Lehrgang Code Base, Präventionsarbeit an Schulen mit außerschulischen Einrichtungen) und neue ‚Coding‘-Formate unterstützt. Sozial benachteiligte Jugendliche, Kinder mit Migrationshintergrund sowie junge Flüchtlinge sollen dabei gezielt angesprochen werden.

Leitprojekte

Studiengang Informatik

Chancenland Vorarlberg

Lehre 4.0