Bereitstellung adäquater Netz- und IT-Infrastruktur 2018-04-24T10:33:36+00:00

Infrastruktur und Verwaltung

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Bereitstellung adäquater Netz- und IT-Infrastruktur

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Eine gut ausgebaute Infrastruktur ist Basis für eine optimale wirtschaftliche Entwicklung und wesentlich für eine wettbewerbsstärkende und zukunftsorientierte Standortpolitik. Ziel dieses Arbeitsbereiches ist die Entwicklung der für die Digitalisierung notwendigen Infrastruktur zur Schaffung einer optimalen Basis für die digitale Transformation sowie zur Standortaufwertung für Unternehmen und Beschäftigte. Dieses Umfeld forciert die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, innovativer Produkte und smarter Services, welche auf den Möglichkeiten ultraschneller Dienste basieren. Ebenso ist es ein Anliegen, durch einen verbesserten Zugang zum Internet die Chancengleichheit, Mobilität und Unabhängigkeit zu fördern.

Technisches Rückgrat des digitalen Wandels sind effiziente, sichere und flächendeckend vorhandene Datenautobahnen, um mit den rasanten Veränderungen Schritt zu halten und Chancen einer digitalen Wirtschaftswelt zu nutzen. In Vorarlberg ist die flächendeckende Versorgung mit einer Bandbreite von mindestens 30Mbit/s schon heute großteils Realität. Video-on-Demand, digitales Lernen, IoT, Cloud Services, Telemedizin, Industrie 4.0, vernetzte Haushalte und andere Anwendungen machen aber den Austausch immer größerer Datenmengen erforderlich und bringen bisherige Netze an ihre Kapazitätsgrenzen. Auf dem Weg in die Gigabit-Zeit sind deshalb weit darüber hinausgehende größere Bandbreiten und leistungsfähigere technische Grundlagen (Glasfasernetz, Kombinationen mit Glasfaserleitungen) notwendig. Das gesetzte Ziel der Breitbandoffensive des Bundes, nach welcher bis zum Jahr 2020 eine nahezu flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit ultraschnellen Breitband-Hochleistungszugängen erreicht werden soll, gilt auch für Vorarlberg. Während dabei der Ausbau in Ballungsräumen permanent und durch den Markt getrieben stattfindet, wird es zur zentralen Frage, ob und auf welche Weise es gelingt, auch ländliche Gegenden entsprechend anzubinden. Hier zeigt es sich, dass der Breitbandausbau durch Telekommunikations-Anbieter aus wirtschaftlichen Gründen nicht flächendeckend erfolgen wird. Eine gute Breitbandinfrastruktur ist für Gemeinden in Randregionen aber ein zentraler Standortfaktor, um bestehende Arbeitsplätze zu halten und auch neue zu schaffen. Zur Schließung dieser Lücke zwischen städtischen und ländlichen Gebieten tragen die Förderprogramme der Breitbandstrategie 2020 des Bundes bei. Ergänzt werden die bestehenden Instrumente durch das neue Anbindungsförderungsprogramm ‚Connect‘. Damit wird eine Anbindung an das Glasfasernetz bei Schulen sowie bei Klein- und Mittelbetrieben gefördert. Das Land Vorarlberg leistet für diese Programme eine Top-up Förderung.

Eine leistungsfähige Netz- und IT-Infrastruktur bildet auch die Grundlage für die Anwendung digitaler Technologien wie Cloud Computing, Big Data oder das Internet der Dinge. Das ermöglicht die Entwicklung und zur Verfügungstellung digitaler Serviceangebote wie Open Data, verbessertes E-Government oder WLAN-Hotspots im öffentlichen Raum, welche zu Bestandteilen öffentlicher digitaler Infrastrukturen werden. Die definierten Handlungsfelder beinhalten somit einerseits mittel- und langfristig ausgerichtete strategische Vorhaben, andererseits aber auch kurz-bis mittelfristig wirksame Projektimpulse und laufende Begleitmaßnahmen zum Aufbau schneller Internetverbindungen und einer modernen digitalen Infrastruktur. Neben dem schrittweisen Hinarbeiten in Richtung Breitbandausbau werden Lösungen für einen effizienten IKT-Betrieb und der Zugang zu offenen, digitalen Diensten in einer vernetzten Welt adressiert.

Handlungsfeld 01: Breitbandausbau

Handlungsfeld 02: IT-Services

Plattform für digitale Initiativen, Hackathon 2016, © Nina Bröll

Breitbandausbau

Leitinitiative Digitalisierung
Die zielorientierte, langfristige Förderung und Entwicklung des digitalen Milieus erfordert die Etablierung einer tragfähigen, treibenden Struktur. Dafür soll eine Plattform als sichtbarer, lebendiger und engmaschiger Business-/Service-Hub entstehen, um die digitale und innovative Unternehmensszene in Vorarlberg aktiv zusammenzubringen, zu unterstützen und voranzutreiben. Die Konzeption und Ausrollung einer gemeinsamen Marke soll die Profilbildung, Koordination und gezielte multimediale Kommunikation ermöglichen. Kommunikationsziele sind die Schaffung eines klaren Service-Überblicks und des direkten Zugangs zum Milieu, die Erlangung eines breiten Bewusst-seins sowie die Förderung der Digitalkultur, digitaler Mindsets und der mentalen Transformation in Unternehmen bzw. in der Region.

Entwicklung neuartiger Settings
Die bestehenden relevanten Aktivitäten und Akteure am Standort sollen gezielt unterstützt werden. Insbesondere soll die Zusammenarbeit auf vielfältige Weise und im Rahmen flexibler, bedarfsgerechter Formate forciert werden. Mögliche Hemmschwellen sind abzubauen und eine gemeinsame Basis, ein gemeinsames Verständnis für die Intentionen des digitalen Milieus soll geschaffen werden. Es entsteht ein vertrauensvolles Umfeld, in welchem reger und regelmäßiger Austausch, Peer-Learning, Kooperationsformen als auch gegenseitige Hilfestellung möglich ist. Dafür wird die operative Unterstützung bestehender und die Etablierung neuartiger infrastruktureller Settings wie Maker Spaces, Open Labs, Coworkings etc. aktiv forciert. Die Konzepte, die eine Mischung aus Infrastruktur (Büros, Gerätschaft etc.), interessanten Veranstaltungsformaten sowie die Zurverfügungstellung von Services vor Ort beinhalten, tragen zur Szenebildung bei. Ziel ist auch die dauerhafte, qualitative ‚Bespielung‘ der Region über unterschiedliche interessante Formate.

Unterstützung von Branchenaktivitäten
Die Forcierung digitaler Innovation und die Erhöhung der digitalen Fitness in den Schwerpunktbereichen der Vorarlberger Sachgüterproduktion werden im Rahmen von Netzwerken wie z. B. das V-Netzwerk Intelligente Produktion oder im Themenfeld Smart Textiles stark vorangetrieben. Über Events des V-Netzwerks Intelligente Produktion und über Formate wie die Smart Textiles Messe SALTEX als interdisziplinäres Kontakt- und Netzwerkforum als auch über die Vier-Länder Lieferantenbörse werden Sichtbarkeit, branchenübergreifende Kooperation, Vernetzung und neue Assoziationsmöglichkeiten erreicht. Branchenorientierte bzw. branchenübergreifende Plattformen und Vernetzungsformate sollen weiterhin unterstützt und ein noch besserer Bezug zwischen ‚traditionellen‘ Unternehmen zur digitalen Szene und digitaler Innovationspotenziale hergestellt werden.

IT-Services

Strategische Planung zukunftssicherer Breitbandnetze
Die Aktivitäten sind darauf ausgerichtet bis zum Jahr 2020 eine flächendeckende Versorgung mit 100 Mbit/s zu erreichen. Mittel- bis langfristig ist ein Gigabit- bzw. Glasfaser-Ausbau anzustreben. Dazu soll der sukzessive Ausbau der Breitbandversorgung vorangetrieben werden, um die Kapazität und Verfügbarkeit zu erhöhen und um Latenzzeiten zu reduzieren (Versorgungsrate und Technologien). Als Grundlage für den strategischen flächendeckenden Ausbau dienen regelmäßige detaillierte Breitband-Versorgungsanalysen, welche vorhandene Breitbandabdeckungen und technologische Möglichkeiten aufzeigen. Schwerpunkte sind auf die Versorgungssicherheit dicht besiedelter Gebiete, der Wirtschaft (z. B. Betriebsgebiete), öffentlicher Einrichtungen (z. B. Schulen, E-Government, E-Health) und den Netzausbau im ländlichen Raum zu legen. In die Entwicklung von Strategien zur Verwirklichung von Hochleistungsnetzen sollen Gemeinden, Verbände und Unternehmen eingebunden werden.

Glasfaser-Ring
Zur weiteren strategischen Planung zu leistungsfähigen, ausfallssicheren Datenübertragungstechnologien und Einsatzmöglichkeiten wie z. B. ein Glasfaser-Ringnetz, sind Studien zu erstellen und eine Umsetzung zu prüfen. Dabei ist die Weiternutzung bestehender Infrastrukturen mitzubedenken.

Förderung der Erschließung ländlicher Gebiete
Die Förderung des Breitbandausbaus im Rahmen der Breitbandoffensive in Gebieten, in denen sich der Ausbau privatwirtschaftlich nicht rechnet, wird vom Land Vorarlberg gezielt unterstützt. Darüber hinaus sind Mechanismen weiterzuentwickeln, die die Attraktivität der Regionen erhalten und eine leistungsfähige Netzversorgung gewähr-leisten. Dies gilt nicht nur zur Erhaltung und Ansiedelung von Betrieben, sondern auch um der steigenden Nachfrage nach schnellen Internet-Anbindungen im Qualitätstourismus durch den modernen Gast nachzukommen.

Verbesserung der Koordination und Kooperation mit Gemeinden
Wesentliche Vorbedingung für den flächendeckenden, effizienten Ausbau ist die intensive Kooperation mit Gemeinden, da ihnen eine Schlüsselrolle bei der Sicherstellung einer leistungsfähigen Breitbandinfrastruktur in ihrem Gemeindegebiet zukommt. Es ist wichtig, dass eine Gemeinde ein Breitband-Konzept erstellt, um Synergien nutzen zu können und Mehrfachinvestitionen zu vermeiden. Kosten können gesenkt werden, wenn bei Tiefbauprojekten eine Mitverlegung von Leerrohren erfolgt. Ein Bündel an Aktivitäten soll Gemeinden für das Thema Breitband sensibilisieren und die Grundlage zur Nutzung von Synergien bilden. Die bessere Kooperation zwischen der öffentlichen Hand und Privaten (Planer, Leistungs- und Entscheidungsträger) ist ebenfalls anzustreben, denn die Mitverlegung von Telekommunikationslinien macht auch bei der Erschließung und Sanierung von Wohn- und Gewerbeflächen Sinn.

Anbindung von Schulen an das Glasfasernetz
Die derzeitige WLAN-Infrastruktur an den Pflichtschulen ist auf eine beschränkte An-zahl an gleichzeitig nutzbaren Geräten ausgelegt. Durch Initiativen wie Schule 4.0 oder BYOD (‚bring your own device‘) werden in Zukunft sehr leistungsfähige WLAN-Netze und deutlich bessere Internetanbindungen an den Schulen erforderlich sein. Dazu sollen kontinuierlich Vorarlberger Schulen neu mit Hochgeschwindigkeits-Breitbandanschlüssen (Glasfaser) versorgt werden. Dabei ist sicherzustellen, dass die Schulen die Glasfaseranbindung auch im Gebäude in allen Räumen störungsfrei nützen können. Zukunftsfähige Glasfasergebäudenetze (Inhouse-Verkabelung) sollen deshalb frühzeitig geplant und ausgebaut werden.

Digitalisierungsfreundliche Gesetzgebung

Forcierung der überregionalen Kooperation und Sichtbarkeit
Das innovative Milieu ist per se offen für überregionale Kooperationen und Austauschmöglichkeiten und soll sich mit anderen Initiativen, Regionen (z. B. Bodensee, Schweiz, Liechtenstein) und Plattformen (z. B. Bund) vernetzen, um Synergien zu nutzen und Angebote und Aktivitäten zu erweitern. Das eröffnet den Zugang zu Know-how und Kompetenzen, bietet neue Vernetzungs- und Entwicklungschancen und ermöglicht die gegenseitige Unterstützung, Erfahrungs- und Methodenaustausch und weitere Wachstumsmöglichkeiten. Über die Netzwerke der jeweiligen Projektpartner sind weitreichende internationale Verknüpfungen möglich. Das trägt zur effektiven Kommunikation des regionalen Milieus und digitaler Standortthemen auf internationaler Ebene bei und gemeinsame größere Events und neue Formate mit internationaler Sichtbarkeit können verwirklicht werden. Bestehende und neue überregionale und transnationale Forschungsverbünde und Arbeitsgruppen, in welche Unternehmen, Institutionen, Bildungseinrichtungen und Hochschulen integriert sind (z. B. Vernetzungsprojekte der FH Vorarlberg und Arbeitsgruppen der PH Vorarlberg), werden ebenfalls weiterhin aktiv forciert.

Leitprojekte

Kompetenzzentrum Digitalisierung

5G Positionierung